Herausforderungen und Chancen bei Europas Batterieindustrie

Februar 2025

Die europäische Batteriebranche steht vor einem beispiellosen Wachstum und zugleich vor erheblichen Herausforderungen. Eine aktuelle Analyse beleuchtet die Entwicklungen und zeigt Perspektiven für europäische Hersteller auf.

Die weltweite Nachfrage nach Batterien wird sich bis 2030 voraussichtlich verdreifachen und zwischen 4,0 und 4,6 Terawattstunden erreichen. Bis 2040 könnte sie sich erneut verdoppeln. Der Markt wird derzeit von technologisch führenden Unternehmen aus Asien, insbesondere China, dominiert. Dort führen erhebliche Überkapazitäten zu global sinkenden Preisen, was europäischen Herstellern mit höheren Produktionskosten und Unsicherheiten im Hochlauf der Elektromobilität zusätzlichen Druck bereitet.

Europäische Stärken
Trotz dieser Herausforderungen besitzt Europa das Potenzial, eine bedeutende Rolle in der Batteriefertigung einzunehmen. Wettbewerbsvorteile liegen in innovativen Ansätzen, hochwertigen Produktionstechnologien und einem Fokus auf die ökologische Bilanz von Batterien. Um zu den asiatischen Marktführern aufzuschliessen, müssen westliche Hersteller kosteneffiziente Massenproduktionen aufbauen, intensive Forschung betreiben und enge Kooperationen eingehen, auch mit asiatischen Partnern.

Marktvolatilität und Zukunftsszenarien
Im Jahr 2024 hat die Volatilität im Batteriezellmarkt deutlich zugenommen. Hauptgründe sind die hinter den Erwartungen zurückbleibenden Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen sowie regulatorische Unsicherheiten in den USA und der Europäischen Union. Experten haben daher drei Szenarien für die zukünftige Nachfrage entwickelt.

Positives Szenario: Schneller Fortschritt bei der Elektrifizierung führt bis 2030 zu einer Nachfrage von 4,6 TWh und bis 2040 zu 8,8 TWh.

Basisszenario: Trotz temporärer Rückgänge bei den Elektroauto-Verkäufen werden Emissionsziele erreicht, was zu einer Nachfrage von 4,3 TWh im Jahr 2030 und 8,6 TWh im Jahr 2040 führt.

Negatives Szenario: Signifikante Verzögerungen, etwa durch eine Verschiebung des Verbrenner-Verbots in der EU, resultieren in einer Nachfrage von 4,0 TWh im Jahr 2030 und 8,1 TWh im Jahr 2040.

Diese Prognosen unterstreichen die Unsicherheiten und die Notwendigkeit flexibler Planungen für europäische Hersteller.

Strategien für europäische Hersteller
Um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, sollten europäische Unternehmen folgende Ansätze verfolgen.

Fokus auf Nachhaltigkeit: Reduktion der CO₂-Emissionen bei der Batteriezellproduktion auf 30 bis 40 Kilogramm pro Kilowattstunde durch Optimierung der Rohstoffbeschaffung und innovative Produktionsverfahren wie Trockenbeschichtung oder Lasertrocknung.

Frühe Integration von Innovationen: Ausrichtung der Produktionspläne auf neue, kosteneffiziente Batterietypen für Klein- und Mittelklasse-Elektrofahrzeuge, um schneller in die Massenproduktion einzusteigen und von steigenden Volumen zu profitieren.

Kooperationen stärken: Enge Zusammenarbeit mit anderen europäischen Herstellern sowie Partnerschaften mit führenden asiatischen Unternehmen, die in Forschung, Entwicklung und Industrialisierung voraus sind, um von deren Expertise zu profitieren.

Durch die Umsetzung dieser Strategien können europäische Batteriehersteller ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und eine bedeutende Rolle im wachsenden globalen Batteriemarkt einnehmen.

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